Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
von Schmetterlingen
(Lepidoptera)
und ihren
Praeimaginalstadien
[Home] [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Foren: [1: Bestimmungsfragen (Europa)] [2: Alles außer Bestimmungsfragen] [3: Außereuropäische Arten - Non-European Species] [Test]
Archive Forum 2: [#2 (bis 2017)] [#1 (bis 2013)] Archive Forum 1: [#7 (bis April 2019)] [#6 (2016-2018)] [#5 (2012-2016)] [#4 (2010-2012)] [#3 (2007-2010)] [#2 (2006-2007)] [#1 (2002-2006)]
Bild- und Informationssammlungen: [Bestimmungshilfe] [Schütze (1931): Biologie der Kleinschmetterlinge (Online-Neuausgabe)] [Glossar] [FAQ]
Verein: [Lepiforum e.V.] [Chat (nur für Mitglieder)]

[Hinweise zur Forenbenutzung]     [Forum User Instructions]     [Indications pour l'utilisation des forums]     [Indicaciones para el uso de los foros]     [Avvisi per l'utilizzo dei fori]     [Советы по использованию форума]     [Pokyny k použití fóra]     [Általános tudnivalók a fórum használatához]     [Wskazówki korzystania z forum]

Archiv 1 zu Forum 2

Antwort von Christian Papé
Antwort auf: Hotel Faraggi in Exochori ()

Weil der Spamfilter zugebissen hat, stelle ich den Beitrag per Admin-Version ein.

Gruß,

Jürgen

Lieber Heiner,

Ja, wir – meine Frau und ich nämlich- haben es tatsächlich geschafft. Wie und auf welche Weise ist allerdings eine andere Geschichte. Es geht nicht um die Erreichbarkeit des Ausgangspunktes auf motorisiertem Wege, der Zustand der Schotterwege ist nicht viel schlechter als die Zufahrt zum Refugio. Unten in Kardamyli gibt es einen sehr gut sortierten Buchladen in welchem ich eine Karte im Maßstab 1:25000 der Region Kardamyli- Viros-Schlucht, Vasilitsa- Wald, etc, d.h. den Bereich südlich des Profiti Ilias gefunden habe (Anavasi, Topo25; Karte 8.12; Mani). Vom gleichen Verlag gibt es auch einen kleinen Taygetos Guide mit einer Übersichtskarte 1:50000. Dort sind alle Forstwege detailgenau eingezeichnet. Man muss nur bis zur Kapelle (mit angehängter Häuseransammlung) Aghios Dimitrios gelangen und das ist –wie gesagt- gut machbar. Mit unserem extralahmen und relativ tief liegenden Mietwagen (Hyundai Accent, Automatic mit vermutlich 2 - 3 PS) schafften wir die Strecke vom „Faraggi“ bis zu diesem Punkt (1550 m) in ca. 70 Minuten. Das Auto blieb dort und wir folgten dem sehr gut markierten und sogar gelegentlich begangenen europ. Wanderweg E4 („Epsilon tessera“) nach Norden, der dann Richtung Pedavli bis auf ca. 1200m herunterführt und sich dann erst kurz westwärts, dann wieder nordwärts Richtung Refuge wendet, wobei man die verlorenen Höhenmeter wieder gutmachen muss (Refuge 1550m). Dauer bis hierher (ohne Autoanfahrt: 2 Stunden, 30 Minuten). Von diesem Punkt aus gibt es den klassischen Aufstieg zum Gipfel mit allen lepidopterologischen Kollateralfreuden – das sind wieder ca. 2,5 Stunden, wenn man die Fotopausen abzieht. Na ja, und dann wurde es spannend. Denn ich wollte partout auf einen anderen, direkteren Pfad nach Aghios Dimitrios zurückkehren und den gibt es laut Guide ja auch. Aber – in Griechenland ist eben vieles anders – so einen Guide muss man halt auch lesen können. Denn wenn da z.B. steht „ the path is marked, however, with traces of old terraces” muss man das tatsächlich folgendermaßen übersetzen: „Seit etwas 40000 Jahren gibt es hier nichts außer ein paar halbwilden, m.o.w. friedlich kopu-lierenden Ziegen, die die mit allmöglichem Dorngestrüpp bewachsenen schluchtartigen Hänge mit ihrem Dung flächendeckend markieren und jeder der hierher kommt ist entweder auf 4 Liter Ouzo + einem Pfund Marschierpulver oder vollkommen geistesgestört oder heißt Reinhold Messner oder alles zusammen und eigentlich selber schuld dass er sich das antut, kann man nicht unten gemütlich im Kafeneion sitzen und an seinem Frappé nippen?“ Aber diese Version der Übersetzung kannte ich nicht. Für mich ist halt ein „path“ nichts anders als ein Pfad, für mehr fehlt mir die Phantasie. Frag mich also nicht in welchem Zustand wir uns bereits befanden, nachdem wir 3 Stunden später die Baumgrenze erreicht haben. Hier aber fing der Spaß erst richtig an. Denn ab diesem Zeitpunkt fehlte natürlich auch noch die Sicht (wobei wir selbst vom Gipfel nur die ganz grobe Richtung erahnen konnten, den Ausgangspunkt konnte man von dort nicht sehen). Bevor wir in den grünen Kiefernozean eindrangen, blieb uns also nichts anderes übrig als ein Stoßgebet Richtung Aghios Dimitrios zu schicken, damit er uns zu seiner Kapelle geleite. Und – auch das ist Griechenland -nach Durchquerung mehrerer Hänge, Schluchten, Geröllfelder und als ich mir gerade überlegte wie viel Adlerfarnwedel wir für ein Nest wohl brauchen würden – geschah das absolute Wunder und wir erreichten PUNKTGENAU das Kirchlein, uns reptiliengleich und völlig zerkratzt durch die letzten Meter Dickicht kämpfend. Völlig sprachlos standen wir davor und ich war nicht weit davon auf entfernt Proskynese zu üben. Aber das werde ich am 26. 10. (seinem Feiertag) im stillen Kämmerlein ganz demütig nachholen, das kannst Du mir glauben.

Also: wenn man von Aghios Dimitrios zum Gipfel (bzw. in den für uns interessanten Bereich bis 2000 – 2200m) möchte, sollte es tunlichst vermeiden zu experimentieren und ganz artig den gleichen Weg zurück einschlagen, dann kann nichts passieren und das Ganze wird a posteriori als gemütliche Exkursion verbucht. Und wenn man den Gipfel nicht besteigt (was 1x ja schön und witzig ist, aber danach nicht unbedingt mehr sein muss), bleibt im Prinzip auch ausreichend Zeit um eine Menge zu sehen und umzukehren.

> Was hast Du sonst an Tagfaltern mitgebracht?

Nicht so viel, da das ja kein reiner Natururlaub war, sondern ein sehr wilder Mix aus Städtereise (Venedig, Athen, Nauplia), Strandurlaub (Loutra Kyllini, Insel Spetses), Kultur bzw. Geschichte (Monemvasia, Epidauros inkl. Theateraufführung, Kloster Elonis, Pilgerfahrt zum Haus von Patrick Leigh Fermor in Kardamyli, Innere Mani etc), Natur / Gebirge (Tymphi / Mikro Papigo, Timfristos, Taygetos, Vouraikos-Schlucht, Evrostina) und geographisch motivierter Exkursion (Kap Tainaron). Aber ich habe noch recht viele unbearbeitete Bilder (z.B. nur an Satyridaen: Hipparchia fatua, H. syriaca, H. fagi, H. statilinus, B. circe, A. arethusa….), aber außer thetis und Spialia phlomidis nichts Neues. Mein kleines Geheimprojekt auf den Malimadi zu steigen (liegt in der Nähe der Prespa-Seen) um Pseudochazara geyeri zu fotografieren (und auf dem Weg von Mikro Papigo dorthin womöglich auch noch Pseudochazara (mniszechii) tisiphone – konnte ich nicht realisieren. Aber das ist ja okay, ich habe so viele schöne Dinge gesehen, dass ich noch über Monate davon zehren werde.

Liebe Grüße und a guats Nächtli

Christian

Beiträge zu diesem Thema

Rundreise Peloponnes
Bild 01: Pseudochazara graeca - evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
@Admin - Midnight Owl: Danke für die Korrektur; Herzliche Grüße CP *kein Text*
Bild 02: Pseudochazara graeca *Bild*
Bild 03: Pseudochazara graeca *Bild*
Bild 04: Lycaena thetis M OS - evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 05: Lycaena thetis M OS – evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 06 Lycaena thetis M US – evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 07: Lycaena thetis M US *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 08a: Lycaena thetis W OS *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 08b: Lycaena thetis W US *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 08c: Lycaena thetis Balz *Bild* Bestimmungshilfe
wauuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu
Wilder Träumer Du :D *kein Text*
Re: wauuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu
Klasse Bilder, schön aufbereitete Daten! Gibts ein Habitatfoto? VG *kein Text*
Habitat L. thetis *Bild* Bestimmungshilfe
Danke für den Einbau und generell für Eure hervorragende Arbeit LG CP *kein Text*
Bild 09: Kirinia roxelana W OS – evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 10: Muschampia proto OS – evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 11a: Spialia phlomidis (HERRICH-SCHÄFFER, 1845) OS– evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Bild 11b: Spialia phlomidis US– evtl. BH *Bild* Bestimmungshilfe
ein kurzes und abschließendes JA *kein Text*
Lieber Ernst, das freut mich sehr! Herzlichen Dank, Christian *kein Text*
Re: Rundreise Peloponnes
Rundreise Peloponnes und Projekt Armenien
Re: Rundreise Peloponnes und Projekt Armenien
Hotel Faraggi in Exochori
Antwort von Christian Papé
Grossartig, Christian Papé