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Re: Frage zur Zimmerzucht im Winter

Hallo Peter,

> In den letzten Wochen war immer mal wieder etwas
> über die Zimmerzuchten (über den Winter hinweg) zu lesen. Ich
> habe damit gar keine Erfahrung und habe mich bisher immer an den
> natürlichen Sommer/Winterrhythmus gehalten.

Das ist auch gut so und im Allgemeinen völlig ausreichend. Anfängern würde ich generell empfehlen, hiervon erst einmal die Finger zu lassen. Den Hinweis "Zimmerzucht" halte ich bei Angaben für die Bestimmungshilfe für sinnvoll, damit die dort stehenden Datumsangaben nicht irreführend sind.

> Was ist bei einer Zucht im Winter grundsätzlich zu beachten?

Zunächst einmal der ethische Aspekt. Eine Zucht im geheizten Zimmer ist widernatürlich. Als Züchter hat man die Wahl, entweder im Herbst keine Raupen einzusammeln, bei denen eine Überwinterung ansteht, oder sie naturnah im Freien zu überwintern, was natürlich genau wie in der Natur oder mehr noch mit hohen Ausfällen verbunden sein kann, oder aber eine Zimmerzucht durchzuführen. Die dann ggf. mitten im Winter schlüpfenden Falter haben für den Züchter einen Erkenntniswert oder Lerneffekt, bei manch einem landen sie in einer Sammlung, aber einen biologischen Wert haben sie nicht, enden also allenfalls als Vogelfutter. Ich sehe da allerdings keinen ethischen Unterschied zu den bei der anderen Methode oftmals absterbenden Raupen.
Ein anderer ganz wichtiger Aspekt ist die Beschaffbarkeit von geeignetem Futter.

> Sind die Tiere dann im Frühjahr wieder in die Natur aussetzbar?

Ich wüsste wirklich nicht, wie das gehen soll. Vielleicht wenn man eine Dauerzucht mit endloser Generationenfolge durchführen würde. So etwas interessiert mich aber nicht. Für mich ist mit dem schlüpfenden Falter die Zucht beendet.

> Kann ich mir das ähnlich wie in einem Terrarium mit
> zeitgesteuerter Beleuchtung und Temperatursteuerung vorstellen?

Kann man sicher so machen. Ich betreibe viel weniger Aufwand. Meine Mythimna- und Xestia-Raupen standen in ganz normalen Zuchtgefäßen in der nur schwach geheizten Küche und bekamen so viel Licht, wie es sich gerade ergab. Manche Tiere sind robust und halten das aus. Andere schwächeln und sollten dann lieber ausgesetzt werden.

Ich habe auch noch Kiefernspinnerraupen in Zucht, bei denen ich aber darauf achte, dass sie bis abends 22 Uhr Licht bekommen und warm stehen. Das zieht sich endlos hin ... Zum Glück findet man zu jeder Jahreszeit Kiefernzweige.

Ein anderer Fall sind meine Gras fressenden Apamea-Raupen. Die interessieren mich momentan ganz besonders und werden konsequent im Freien gehalten. Ob es sich bewährt, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Eine Frage, über die ich selbst auch gern Klarheit hätte, ist die, ob man die Puppen von getriebenen Raupen der Kälte aussetzen kann/sollte. Ich habe es bisher nicht gewagt und die Puppen wie schon die Raupen im schwach geheizten Raum aufbewahrt. Die Puppenruhe dauert unter solchen Umständen je nach Art 4-6 Wochen.

Es muss also jeder für sich selbst entscheiden, ob eine Zimmerzucht im Winter sinnvoll ist oder nicht. Für mich hat der Drang nach Erkenntnissen (Artzugehörigkeit) und die Angst vor Totalverlusten (besonders bei Eizuchten) den Ausschlag gegeben.

Viele Grüße,
Heidrun

Beiträge zu diesem Thema

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L5 dorsal *kein Text* *Bild* Bestimmungshilfe
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Alles ist relativ
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Re: Alles ist relativ
Frage zur Zimmerzucht im Winter
Re: Frage zur Zimmerzucht im Winter
Re: Frage zur Zimmerzucht im Winter
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Zimmerzucht im Winter
Danke für die Informationen
Re: Frage zur Zimmerzucht im Winter