Polyommatus coridon
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Antwort auf: Jetzt mal halblang ()

Hallo Udo,

> Ich wundere mich nur, warum Wolfgang auf einmal so viele
> Verteidiger findet ... Warum lasst ihr Wolfgang nicht selbst
> schreiben?

weil Wolfgang klüger ist als wir, ganz einfach. Es hat sicher seinen Grund, warum z.B. auch Erwin Rennwald oder Jürgen Rodeland hier nicht mitdiskutieren.

> Ich habe mir lediglich die Freiheit genommen, auf Wolfgangs
> abseits des Gesprächsfadens formulierte Herabqualifizierung der
> von mir eingeleiteten Diskussion als "grotesk" mit
> einer Kritik an seiner Vorgehensweise bei den hecate-Wiesen zu
> antworten.

Ich finde diese Diskussion auch grotesk, muss ich ehrlich sagen. Durch den "Bewusstseinswandel" wird nicht eine einzige Population geschützt. Du nimmst damit nur die Argumente, die die Schmetterlingslobby (und die Lepidopterologen sind die einzige Lobby, überhaupt haben. Und mit Fotografieren abseits der Wiesen ist es da nun wirklich nicht getan.

> Endlich wird es wieder sachlicher: :) Das verstehe ich nicht.
> Ist Veränderung - hier ein Sinneswandel - allgemein
> unglaubwürdig für dich? Das hat auch Eckard mir bisher noch
> nicht erklärt, warum das seiner Meinung nach so sein soll.

Weil ein Sinneswandel nur dann glaubwürdig ist, wenn auch aufgezeigt wird, wie es anders geht. Und genau das bist du schuldig geblieben.

> Das Sammeln sehe ich nicht als Lernstoff. Ich habe vielleicht
> gelernt zu töten dabei, das ist aber auch schon das einzige.

Und Arten hast du dabei keine kennen gelernt? Und über die Ökologie hast du auch nichts rausgefunden - in welchem Biotop, zu welcher Zeit nach welcher Art suchen? Wie muss ich mir das vorstellen: Haben dir etwa andere die Falter gebracht und du hast nur präpariert und gesammelt ohne zu bestimmen? Das ist wirklich grotesk.

> Weil ich damals noch keinen Fotoapparat hatte, war es wohl auch
> die einzige Möglichkeit glaubwürdig zu sein.

Es gab schon immer Leute, die sind mit Netz und Notizbuch durch die Gegend gestriffen und haben vor allem Infos gesammelt. Ein Freund von mir hat eine riesige Sammlung und dennoch nimmt er nur sehr sehr selten Belege mit. Sein Haupttatwerkzeug ist das Notizbuch und er veröffentlicht auch viel. Fotografieren tut er nicht. Sorry, aber das mit dem Fotoapparat klingt für mich nach einer billigen ausrede.

> Aber heute geht das
> wie gesagt in 90 bis 95 Prozent der Fälle anders.

Nur, wenn du ausschließlich Makros bearbeitest. Mikros sind doch aber genau so wichtig, oder nicht?

> Sehe ich anders: Das Beispiel von Wolfgang sollte dir doch
> erneut vor Augen geführt haben, wie schwer bis unmöglich es ist
> Biotope wegen der dort vorkommenden Schmetterlinge, (Wolfgang
> spricht ja auch von anderen Vögeln usw.) zu schützen.

Schwer ist nicht gleich unmöglich. Naturschutz gelingt nur da, wo er den Menschen auch etwas bringt. Er kann letztlich nur ein Kompromiss sein. Und nur die Schmetterlinge beim Biotopschutz vor Augen zu haben, ist sehr engstirnig. Offenbar ist Wolfgang nicht so engstirnig.

> Dieses
> Argument ist daher aus meiner Sicht keines und dient den
> Sammlern als Rechtfertigung vor sich selbst und den anderen
> wenigen, die an den Belangen der Falterforscher interessiert
> sind.

Was zu beweisen wäre.

> Nein, habe ich nicht. Im Moment stehen die wissenschaftlichen
> Paradigmen so, dass man als Nicht-Sammler nicht für voll
> genommen wird. Daher muss man erst die Ausgangsbasis ändern, und
> das geht nur über Reden (bzw. Schreiben) und den Versuch etwas
> in den Köpfen zu ändern. Da wirst du mir zustimmen müssen.

Nein, ich stimme dir nicht zu. Man muss erst einmal zeigen, dass es anders geht. Die Glühbirne, die Lokomotive u.a. wurden nicht wegen Debatten eingeführt, sondern weil ganz konkret Vorteile sichtbar gemacht wurden - durch die praktische Arbeit.
Im übrigen finde ich diese Ausrede recht billig. Als Mitglied im LFA Entomologie weiß ich, wer nicht so alles Beiträge für die Märkischen Entomologischen Nachrichten einreicht. Wenn jemand abblitzt, dann nur, weil die Arbeit fachliche bzw. sachliche Mängel aufweist. Ob jemand sammelt oder nicht, spielt keine Rolle. Wie oft bist du denn mit deinen Arbeiten schon abgeblitzt, dass du meinst, es müsse erst ein Paradigmenwechsel kommen?

> Gute Frage!
> Ich töte keine Tiere vorsätzlich, fotografiere in meiner
> Freizeit möglichst ohne Wiesen oder andere schützenswerten
> Biotope zu betreten und setze mich für einen würdigeren Umgang
> mit der Natur ein. Für viel mehr reicht die Zeit leider nicht.

Zeit kann ich als Argument auch nicht gelten lassen. Wer Zeit hat zu fotografieren und in Foren Diskussionen zu führen, der hat auch Zeit für den Beweis.

> Was tust du denn konkret für den Umweltschutz?

http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/F%FCrstenwalde/id/162690
Im Bild hintere Reihe, 3. v.l. -> u.a. was ich tue.
Aber auch das ginge nicht, wenn man nicht gezielt - auch durch sammeln - überprüfen würde, was die Pflegemaßnahmen nun gebracht haben. Und auch da reicht es nicht, nur nach den Schmetterlingen zu sehen. Da haben wir Leute für die Vögel, Säugetiere, Pflanzen und natürlich auch Schmetterlinge.

> Weiß ich und ich finde es ja auch toll und gut, was Jürgen tut -
> lässt sich leicht nachlesen. Bis auf das Töten von
> Beleg-Exemplaren eben.

Angenommen er würde darauf verzichten und die entsprechenden Erkenntnisse könnten nicht gewonnen werden. Was genau nützt dies den Schmetterlingen - die ja zu den r-Strategen gehören. Was genau hat eine Population davon, wenn ein Sammler NICHT 2 Exemplare entnimmt?

> Moooment! Ich habe mich aus meiner Sicht keine Sekunde lang auf
> eine höhere Position gestellt. Oder bin ich für dich automatisch
> auf einer höheren Position, weil ich eine ethischere Meinung
> vertrete? Siehe da ...

Wenn du meinst, für einen "Bewusstseinswandel" eintreten zu müssen und du hier dafür diskutierst, dann unterstellst du anderen, dass sie diesen noch nicht haben und daran arbeiten sollten. Das heißt, du hebst dich bewusst von diesen ab und wenn das also eine gute Sache sein soll - und das entnehme ich deinen Beiträgen - dann stehst du auf der guten Seite ergo nimmst eine höhere Position ein.

> Ich empfinde mich nicht als intolerant: Ich habe niemanden
> beschimpft oder verunglimpft, emotional bedingte Ausrutscher
> habe ich immer korrigiert. Wo siehst du da Intoleranz?

Indem du die Argumente der anderen bewusst nicht ernst nimmst, ignorierst, deren Arbeit ignorierst, unterstellst sie würden durch die Belegentnahme der Natur Schaden zufügen ohne den Nutzen gegenzurechnen, indem du z.T. auf unbewiesene Hypothesen zurückgreifst usw.

Letztlich muss ich sagen, dass genau das eingetreten ist, was ich vorausgesagt habe: Man dreht sich im Kreis und rauskommen tut nichts.

Viele Grüße
René

Beiträge zu diesem Thema

Brenthis hecate schon wieder "drüber" *Bild* Bestimmungshilfe
Re: Brenthis hecate schon wieder "drüber" ev. BH *Bild*
Re: Brenthis hecate schon wieder "drüber" ev. BH *Bild* Bestimmungshilfe
Hauptsache gejammert
Nee, also bei aller Verehrung...
Dem kann ich nur beipflichten! *kein Text*
Zustimmung wofür genau?
Re: Zustimmung wofür genau?
Re: Zustimmung wofür genau?
Simple Abwertung ohne Begründung
Sinnentnehmendes Lesen, lieber Udo,...
Deutliches Schreiben, lieber Clas ...
Hauptsache gemeckert
Jetzt mal halblang
Re: Jetzt mal halblang
Zugeständnisse und eigenes Vorgehen
Mein letzter Beitrag hierzu
kann man diese Diskusion nicht langsam mal abbrechen? *kein Text*
Hallo Uwe, niemand zwingt dich, sie wahrzunehmen. Beste Grüße, Udo *kein Text*
Re: Mein letzter Beitrag hierzu
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Veränderungen fangen immer bei einem selbst an
Re: Veränderungen fangen immer bei einem selbst an
Die zwei Belegexemplare und ihre Auswirkungen