Polyommatus coridon
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Flechteneulen-Zuchttips

Hallo Silke,

Hier ein paar Anregungen für die Zucht.

Bryophilinae-Raupen sind zwar Flechtenfresser, können die Flechten aber – im Gegensatz zu Eilema-Raupen und anderen – nur in etwas angeweichtem Zustand befressen. Das ist der Grund, warum sie meist erst in der zweiten Nachthälfte zwischen ca. 1 Uhr und Sonnenaufgang unterwegs sind, wenn die Flechten durch den Taufall oder die nächtliche Kühle nicht mehr knochentrocken sind. Oder eben an Regentagen. Da sich Raupenexkursionen meistens nur auf den Abend und die erste Nachthälfte erstrecken, werden Flechteneulenraupen so selten gefunden. Morgens um 4 muß man raus, wenn man sie in Anzahl sehen will.

In der Zucht ist eine allabendliche Anfeuchtung der Flechten angesagt (Besprühen), vor allem in trockener Zimmerluft. Der Zuchtbehälter muß aber genügend Frischluft erhalten, um Schimmelbildung vorzubeugen. Im Freiland sind Flechteneulen-Lebensräume fast immer sehr offen und dem Wind ausgesetzt, so daß keine Staunässe entstehen kann. Ich habe immer größere Schalen benutzt (umgedrehte alte Kuchendeckel), die mit Gaze (Vorhangstoff) abgedeckt waren. Tagsüber kann man sie unbedenklich in die pralle Sonne stellen. Dort hinein kommen die Steine oder Steinbröckchen mit den Flechten und Algen. Dazwischen legen die Raupen ihre Gehäuse an, in denen sie tagsüber ruhen. Bei B. raptricula, B. ravula, B. ereptricula sind das direkt auf den Steinen befestigte, flache Gespinste, die mit eingesponnenen Flechten so perfekt getarnt sind, daß man sie tags nur durch Betasten findet. (Bei Nacht ist der Deckel hochgeklappt, so daß man sie sehen kann. Kommt die Raupe morgens nach Hause, „fegt“ sie die Wohnung aus, d.h. sie wirft die Kotballen von der vorigen Verdauungsperiode hinaus. Dann zieht sie den Deckel wieder zu und befestigt ihn von innen mit Spinnfäden, so daß von außen nichts mehr zu erkennen ist.)
Nyctobrya muralis dagegen fertigt meistens nur brüchige, „geleimte“ Gehäuse in Spalten und Ritzen, besonders wo sich etwas Lehm angesammelt hat. Dort wird eine Höhlung angelegt, deren Öffnung meistens offen bleibt und die dadurch auch einigermaßen zu erkennen ist, wenn man in die Ritzen hineinleuchtet.

Gib deiner Raupe mit Algen und Flechten bewachsene Steine/Steinchen und dazu ein wenig Substrat: lehmige oder sandige Erde oder Moospolster, am besten unter und zwischen den Steinen eingefüllt, so daß sie sich darin eine Behausung anlegen kann. Ich bin nicht sicher, ob die Raupen, die gewöhnlich Krustenflechten auf Steinen fressen, auch mit Rindenflechten bis zur Verpuppung gebracht werden können; versuchen kannst du es auf jeden Fall. Innerhalb ihrer jeweiligen Lebensräume sind weder die Steinflechten- noch die Rindenflechtenfresser besonders spezifisch. Sie fressen meistens auch den grünen Algenbelag, aber ob der allein ausreicht, weiß ich nicht. Algen sind ja in Flechten enthalten (Flechten = Mischwesen aus Algen und Pilzen). Moose als Nahrung habe ich dagegen nur bei Flechtenbären (Setina irrorella) in natura beobachtet.
Beobachtungszeit ist die zweite Nachthälfte – oder früher, wenn du das Habitat befeuchtest. Und tagsüber immer alles schön trocknen lassen.

Schöne Grüße
Axel

Beiträge zu diesem Thema

Raupe von Nyctobrya muralis? Plus Frage zur Fütterung. *Foto*
Hast Du den Buntsandstein am Rathaus rausgebrochen? Oweh! VG Helmut *kein Text*
Vergreife mich doch nicht an historischen Bauten!!! Der lag bei uns daheim rum! *kein Text*
Re: Vergreife mich doch nicht an historischen Bauten!!! Der lag bei uns daheim r
Gehst du ins Rathaus, vergiss die Brechstange nicht :D *kein Text*
Jaja... :D Hammer und Meißel passen aber besser ins Handtäschje... *kein Text*
Flechteneulen-Zuchttips
Re: Flechteneulen-Zuchttips