Polyommatus coridon
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Archiv 5 zu Forum 1

Re: Raupe zw. Blattscheiben; Puppe aber kein Falter

Guten Tag Christine

Aufgrund der bei der Puppe durchscheinenden Flügelfärbung kommen meines Erachtens drei Arten in Frage:

1. Incurvaria pectinea: Da würde passen, dass die Raupe sich bereits zwischen November und Februar oder spätestens unmittelbar nachdem sie in Zimmertemperatur genommen wurde, verpuppt hat, was mit meinen Zuchtbeobachtungen übereinstimmt. Was nicht so richtig passt, sind die intensiv weissen, gegenüber der Grundfarbe offenbar stark kontrastierenden Flügelflecke. Diese sind bei I. pectinea eher etwas verwaschen.

2. Incurvaria masculella: Zu dieser Art habe ich keine eigenen Zuchterfahrungen. Da es sich bei I. masculella ebenfalls um eine im Frühling bereits früh fliegende Art handelt, nehme ich an, dass ihre Überwinterungsstrategie jener von I. pectinea ähnlich ist. Bei I. masculella sind die weissen Flügelzeichnungen scharf abgegrenzt und in starkem Kontrast zur dunklen Grundfarbe. Das passt mit deiner Puppe überein.

3. Incurvaria oehlmanniella: Diese Art müsste am Vorderrand der Vorderflügel in der Regel auch noch einen kleinen weissen Fleck haben, gelegentlich kann er aber auch fehlen. Bei deiner Puppe sehe ich keinen solchen Fleck. Was nicht passt, ist der Entwicklungsverlauf, wie ich ihn aus eigenen Zuchten kenne. Demnach müsste die Raupe nach der Überwinterung nochmals gehörig fressen und dabei sogar auch ihr Gehäuse vergrössern. Das braucht Zeit, die Art fliegt denn auch erst ab Mai bis in den Juli hinein.

Das alles zusammengenommen spricht für mich für Incurvaria masculella, also genau dem, was du bereits vermutet hast.

Noch eine Bemerkung zu deinen wunderschönen Puppenfotos: Die unschöne Erfahrung habe ich auch vielfach schon mit Adelidae- und Incurvariidaezuchten gemacht. Will man eine schöne Aufnahme einer Puppe haben, so kommt man nicht darum herum, das Raupengehäuse zu öffnen. Bei einmal geöffneten Gehäusen steigt dann das Risiko eines missglückten Falterschlupfs rasch weit über 50% an. Manchmal gelingt es, die aufgeklappten Teile des Raupengehäuses wieder zu schliessen und mit etwas Leim zu verkleben. Damit erhöht sich die Chance, dass der Falter richtig schlüpft unwesentlich. Dies kommt daher, dass der Falter beim Schlupf, die Puppe durch drehende Hinterleibsbewegungen etwa zur Hälfte aus dem Gehäuse schiebt. Dann muss sich die Exuvie aber mit den Hinterleibsborsten in der engen Öffnung des Raupengehäuses unbedingt festklemmen. Nur so vermag der Falter die Puppenhülle zu sprengen und sich daraus hervor zu stemmen.

Darum gilt bei diesen Arten fast immer: Eine schöne Aufnahme der Puppe bedeutet leider den Verlust eines voll entwickelten Falters.

Gruss

Ruedi

Beiträge zu diesem Thema

Raupe zwischen Blattscheiben *Foto* Bestimmungshilfe
Bei den Incurvariidae gibt es solche hübschen Säcke. LG Eva *kein Text*
Re: Incurvariidae Danke,Eva. Weiteres muss ich wohl abwarten. VG Christine *kein Text*
Geduld...
Re: Raupe zw. Blattscheiben; Puppe aber kein Falter *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Raupe zw. Blattscheiben; Puppe aber kein Falter
Incurvaria masculella (höchst wahrscheinlich)